Liebe oder Angst?

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Snaggletooth

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14.07.2021 15:53 Uhr
Je nach Erfahrung tut man sich auch nicht mehr so leicht mit dem Einlassen.
Da hat die Welt in jungen Jahren halt noch einen Zauber, der irgendwann auf der Strecke bleibt.

Das Herz ist ein einsamer Jäger, –
die Hände ganz fest um den Bogen geballt, –
durchstreift es im Suchen nach Beute und Glück –
verloren den Wald aus Zement und Asphalt. –

Megalith - Der einsame Jäger


protoTyp

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14.07.2021 16:13 Uhr
Ich nehme den mit Rhabarber, gerne einen Kaffee dazu, danke 😋
Also wenn man im Loch sitzt erscheint der Himmel doch sehr eng und Mensch ohne Altlasten klingt langweilig. Mit "mag keinen Kompromiss, bäh" kommt man auch nicht weiter.
Liebe ist eh eine Metapher und Angst hat man diese zu verlieren, nicht den Menschen sondern die Zuneigung zu diesem.

Luiserl vo da Oim

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14.07.2021 16:42 Uhr
Und das Ende von der Gschicht?
Stürz Dich rein und denke nicht.
Schritt für Schritt gehts immer weiter
Und hauts Dich aufs Maul bist nachher immerhin gscheiter.

Also:
Für die Zweifler Kuchen
Für die Mutigen ein Herzaua oder Wolke 7

Und hier nochn Tip von Frau Dr. Sommer: lieb viele oder alle Menschen (bis auf die Vollpfosten, die sollen zur Therapie), dann tut ein Herzaua nicht so weh. Und nein, das heißt nicht, lieb irgendwen, egal wen...

Ich kenne keinen Kummner, den man nicht weggehen kann.
Sören Kierkegaard


Snaggletooth

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14.07.2021 17:53 Uhr
Präziser, Frau Doktor: Lieb erst mal einen (und zwar dich selbst), dann ists mit den anderen nur noch halb so schwer 😉

Das Herz ist ein einsamer Jäger, –
die Hände ganz fest um den Bogen geballt, –
durchstreift es im Suchen nach Beute und Glück –
verloren den Wald aus Zement und Asphalt. –

Megalith - Der einsame Jäger


Luiserl vo da Oim

Forenbeiträge: 14504


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14.07.2021 18:15 Uhr
Hast Du den Satz von mir geklaut?
Willst Du Eulen nach Athen tragen?

Und pass auf: Eulen sind hinterlistig
Drehst Dich um und passt nicht auf: huhuuu isse wech. Die Eule.

Ich kenne keinen Kummner, den man nicht weggehen kann.
Sören Kierkegaard


Snaggletooth

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14.07.2021 18:26 Uhr
Ich klaue nicht, ich zitiere kreativ 😜

Und Eulen sind cool. Richtig gechillt. Und haben den Rundumüberblick 👍

Das Herz ist ein einsamer Jäger, –
die Hände ganz fest um den Bogen geballt, –
durchstreift es im Suchen nach Beute und Glück –
verloren den Wald aus Zement und Asphalt. –

Megalith - Der einsame Jäger


Igeline

Forenbeiträge: 8201


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17.07.2021 13:57 Uhr
wienun (@wienun) hat geschrieben:
Hm.
Ich häng grad an an dem Teil mit "ausbaden lassen".
Wenn ich meinem Gegenüber meine Ängste mitteile, damit er sie kennt und ggf. reagieren kann, ist dass dann schon "ausbaden lassen" ?
"Ausbaden lassen" wäre es m. E. nur, wenn mit der Erzählung die Erwartungshaltung verbunden ist, dass der andere sein Verhalten danach ausrichtet.

John F.

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21.07.2021 14:25 Uhr
Ganz kurz ein paar Kernaussagen: ( das mit der Angst oder der Liebe kommt später)

1) Die allerwenigsten hatten eine Kindheit, die ihre Entwicklung gefördert hätte.

2) Ohne uns ganz bewusst und in Frieden von unsern Eltern zu verabschieden, wiederholen wir auch als längst Erwachsene immer wieder die Situation unserer totalen Abhängigkeit von ihnen.

3) im Unfrieden festzustecken, blockiert unsere dringend benötigten Lebensenergien. Auch Verteufeln von Expartnern blockiert.

4) Jedem wurde Unrecht getan. Aber selbst den, der die allergrößte Berechtigung hätte, sich als Opfer der Vergangenheit zu fühlen, bringt nur ein Verzicht auf seine Opferrolle weiter.

Das geschieht laut Betz dadurch, dass man alles Schreckliche nicht mehr durch ein Nein! wegschiebt, sondern sich sagt: So war es. War schlimm! Aber jetzt bin ich erwachsen (bzw. erfahrener). Heute entscheide ich selbst, was mit mir passiert und was nicht.

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


John F.

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21.07.2021 15:00 Uhr
5) Jeder Unfrieden und Groll, den man noch gegenüber der Familie oder einem Ex Partner hegt, fließt ein in neue Beziehungen.

6) Man hat nie ‚falsche‘ Lebenspartner gehabt, jeder einzige hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist.

7) Den Unfrieden muss man nicht zusammen mit der Person lösen. Allein die innere Einstellung entscheidet darüber.

8) Wer auch immer dich heute noch aus der Fassung bringt, macht dich darauf aufmerksam, dass du mit dir selbst noch nicht im Reinen bist.

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


protoTyp

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21.07.2021 15:33 Uhr
Danke für deine Ausführungen, gehe d'accore
Wer ausser sich ist, ist nicht in seiner Mitte

John F.

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21.07.2021 15:37 Uhr
9) Damit Partnerschaften gelingen, ist es nötig, sich gut zu stellen mit dem allerwichtigsten Menschen, den wir haben: uns selbst.

10) Statt Ja zu sich selbst zu sagen, samt aller Unzulänglichkeiten (sich für ein Leben in Liebe zu entscheiden) verbringen die meisten Menschen ihre Zeit damit, sich und dem Rest der Welt eine Rolle vorzuspielen, sich zu verstecken, Fehler zu vertuschen (Leben in Furcht, ohne Vertrauen).

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


John F.

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21.07.2021 16:01 Uhr
Typ (@prototyp1) hat geschrieben:
Danke für deine Ausführungen, gehe d'accore
Wer ausser sich ist, ist nicht in seiner Mitte
danke.

Zu Punkt zehn (@Petra, wie neulich versprochen), Als ich die Liebe meines Lebens getroffen habe, hatte ich einen wirklich schlimmen Haut-Ausschlag, übers ganze Gesicht war ich krebsrot. Ich hätte mich am liebsten unterm Tisch versteckt. Meine spätere Frau sagte lachend: jetzt sag bloß nicht du sprichst mich jetzt nicht an weil du einen Ausschlag hast?! Sie war alles andere als das, was ich mir von meiner Traumfrau versprochen hatte. Aber sie war völlig im Reinen mit sich. Mit ihrem allerersten Lachen war unsere Geschichte besiegelt.
Vorher hab ich immer nur diejenigen gedatet, die meinen Wunschvorstellungen nahe kamen. Leider hab ich sehr oft festgestellt: je hübscher die Frauen, desto mehr Komplexe?! Zu dick oder zu dünn, Nase/ Busen/ Beine/ Po zu klein oder zu groß, irgendwas bemängelten sie eigentlich fast mmer an sich? All das fiel komplett weg bei meiner großen Liebe. Sowas ist einfach nur toll!!!

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


John F.

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22.07.2021 10:42 Uhr
körnchen (@koernchen) hat geschrieben:
ich glaube, da macht der herr betz es sich ein wenig einfach, wenn er das wirklich so formuliert und meint, dass es nur eine entscheidung sei, von der angstseite auf die seite der liebe zu wechseln.
vermutlich ist sehr viel mehr als uns lieb ist unsere eigene entscheidung, aber liebe bzw. angst so vereinfachend darzustellen, als wär's ganz leicht, einfach nur links statt rechts abbiegen ... das finde ich fast schon respektlos. er hat wohl nicht recht viel scheußlichkeiten erlebt, der gute herr betz, da lässt sich's leicht gscheid daherreden ...
Also: wenn ich ihn richtig verstanden habe, meint er Folgendes
Die meisten von uns verdrängen Unangenehmes sofort. Das Schreckliche, das uns passiert, wird sofort weg geschoben, weil wir meinen es nicht ertragen zu können. Dann sagen wir NEIN dazu. (= So etwas hätte nie passieren dürfen!)
Becks Theorie ist, dass es keinen Sinn macht, Geschehenes weg zu schieben. Bei jeder Erinnerung an erlebte ISchrecklichkeiten atmen wir sehr flach. So flach, als wären wiram liebsten tot! Er empfiehlt stattdessen, sich diese Ereignisse anzuschauen, dabei statt flacher Atmung tief durchzuatmen und sich zu sagen, JA! Das ist mir passiert! Das ist ein Teil meines Lebens! Das sind leider die Fakten! Aber ich lebe trotzdem weiter, auch wenn ich den Sinn dahinter (noch?) nicht erkenne. Integration ist das Zauberwort. Weil alles was weg geschoben wurde, eine viel zu große Macht über uns hat.

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


John F.

Forenbeiträge: 760


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22.07.2021 11:26 Uhr
Dass das nicht in 5 Minuten Erfolg bringt, sondern systematische Wiederholung braucht, ist eh klar, oder?

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


Petra0906

Forenbeiträge: 8108


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22.07.2021 11:28 Uhr
Lutz (@lutz2) hat geschrieben:
danke.

Zu Punkt zehn (@Petra, wie neulich versprochen), Als ich die Liebe meines Lebens getroffen habe, hatte ich einen wirklich schlimmen Haut-Ausschlag, übers ganze Gesicht war ich krebsrot. Ich hätte mich am liebsten unterm Tisch versteckt. Meine spätere Frau sagte lachend: jetzt sag bloß nicht du sprichst mich jetzt nicht an weil du einen Ausschlag hast?! Sie war alles andere als das, was ich mir von meiner Traumfrau versprochen hatte. Aber sie war völlig im Reinen mit sich. Mit ihrem allerersten Lachen war unsere Geschichte besiegelt.
Vorher hab ich immer nur diejenigen gedatet, die meinen Wunschvorstellungen nahe kamen. Leider hab ich sehr oft festgestellt: je hübscher die Frauen, desto mehr Komplexe?! Zu dick oder zu dünn, Nase/ Busen/ Beine/ Po zu klein oder zu groß, irgendwas bemängelten sie eigentlich fast mmer an sich? All das fiel komplett weg bei meiner großen Liebe. Sowas ist einfach nur toll!!!
Ich denke diese Geschichte zeigt uns doch viel auf. Natürlich hat man seine Vorstellungen, wie der Partner sein soll, ein Bild nachdem man auch auf solchen Plattformen wie dieser Ausschau hält. Man klickt die Leute weg, die nicht den persönlichen "Anforderungen" entsprechen. Wahrscheinlich würde man jemanden, der nicht in die Idealvorstellung passt, auf irgendeiner Party, in einem Café ... irgendwo zufällig treffen, würde vielleicht eine ähnliche wunderbare Geschichte passieren, wie sie Dir passiert ist.
Ich bin natürlich extrem im Vorteil Müsis. Ich gucke mir schon lange keine Bildchen mehr an - ich mal mir einfach meinen Idealmann

Ich bin eine Frau, ich kann machen, dass du denkst, du hättest es so gewollt.


loge

Forenbeiträge: 9790


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22.07.2021 12:38 Uhr
Ich hatte es kürzlich schon mal geschrieben ... via "Katalogauszeichung" (persönlicher Anforderungskatalog), via persönlicher Wunsch- bzw Vorstellungsliste, via nackter "Daten und Fakten" hätten sich meine Herzdame und ich vermutlich niemals gefunden.

Und dennoch hat es gefunzt und funzt immer noch. Prima sogar. Auch wenn es durchaus Bereiche gibt, in denen das Eis recht glatt ist.

Woran mag das liegen? Hier wars der beidseitige Wunsch, sich auf das Abenteuer einzulassen (duchaus mit Anlaufschwierigkeiten). Es waren gewisse (und essentielle) Übereinstimmungen vorhanden (ohne das wird es latürnich nixn) und es gab, sagen wir mal Neuland . Es war das Auseinandersetzen nicht nur mit dem Gegenüber, sondern vor allem mit sich selbst. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird weitermachen müssen wie bisher. Und da steht ja nicht unoft das Attribut "umsonst". Wer ein "aufeinander zugehen" natürlich sofort als "ich will mich nicht verbiegen" empfindet, hat es nicht anders verdient. Da ist für mich eine der dämlichsten, einfältigsten und uneffizientesten Phrasen, die sich im persönlichen Miteinander bietet. Egoisten und Egozentriker sinds für mich. Wer allein bleiben mag, ist hiermit trefflich bedient.

Die negativ/positiv-Abwiegelungs-Liste, die wohl ein jeder im Kopf hat, sollte erst hier zur Anwendung kommen und nicht - wie hier so oft zu vernehmen - a priori zu Beginn als quasi "Voraussetzung" für ein Einlassen/Weitermachen.

Ich hab selbst in meinem Leben diesbezüglich sehr viel Lehrgeld bezahlt; heute ist das alles sooo transparent einzuordnen.

w y r i w y g ...


Petra0906

Forenbeiträge: 8108


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22.07.2021 13:13 Uhr
loge (@loge) hat geschrieben:
Ich hatte es kürzlich schon mal geschrieben ... via "Katalogauszeichung" (persönlicher Anforderungskatalog), via persönlicher Wunsch- bzw Vorstellungsliste, via nackter "Daten und Fakten" hätten sich meine Herzdame und ich vermutlich niemals gefunden.

Und dennoch hat es gefunzt und funzt immer noch. Prima sogar. Auch wenn es durchaus Bereiche gibt, in denen das Eis recht glatt ist.

Woran mag das liegen? Hier wars der beidseitige Wunsch, sich auf das Abenteuer einzulassen (duchaus mit Anlaufschwierigkeiten). Es waren gewisse (und essentielle) Übereinstimmungen vorhanden (ohne das wird es latürnich nixn) und es gab, sagen wir mal Neuland . Es war das Auseinandersetzen nicht nur mit dem Gegenüber, sondern vor allem mit sich selbst. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird weitermachen müssen wie bisher. Und da steht ja nicht unoft das Attribut "umsonst". Wer ein "aufeinander zugehen" natürlich sofort als "ich will mich nicht verbiegen" empfindet, hat es nicht anders verdient. Da ist für mich eine der dämlichsten, einfältigsten und uneffizientesten Phrasen, die sich im persönlichen Miteinander bietet. Egoisten und Egozentriker sinds für mich. Wer allein bleiben mag, ist hiermit trefflich bedient.

Die negativ/positiv-Abwiegelungs-Liste, die wohl ein jeder im Kopf hat, sollte erst hier zur Anwendung kommen und nicht - wie hier so oft zu vernehmen - a priori zu Beginn als quasi "Voraussetzung" für ein Einlassen/Weitermachen.

Ich hab selbst in meinem Leben diesbezüglich sehr viel Lehrgeld bezahlt; heute ist das alles sooo transparent einzuordnen.
ich hätte es ja niemals für möglich gehalten - aber es entspricht zu 100% meinem Denken.
Dankeschön

Ich bin eine Frau, ich kann machen, dass du denkst, du hättest es so gewollt.


John F.

Forenbeiträge: 760


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23.07.2021 23:00 Uhr
Petra0906 (@petra0906) hat geschrieben:
Man ist geprägt durch das Erlebte. Meine evtl. Partner müssen auch mit meinen "schlechten" Seiten auskommen, die evtl. ein anderer verbockt hat -
Negative Erlebnisse mit früheren Partnern kann man laut Betz mit derselben Technik verarbeiten. Nicht wegschieben und sich sagen ‚das hätte niemals passieren dürfen‘, sondern sich die Stärke zutrauen, nicht daran zu zerbrechen.

Sich die Gefühle der Ohnmacht bewusst machen, die das Erlebnis ausgelöst hat, sich eingestehen, ja, genau so war es, das ist mir passiert. Dabei tief durchschnaufen. Beim nächsten Mal, bei dem man diese Atemübung in Erinnerung an bisher Verdängtes macht, hat das Schlimme schon ein bisschen seiner Macht über uns verloren. Je öfter man das praktiziert, desto mehr Macht über uns verliert das Erlebte.

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


Petra0906

Forenbeiträge: 8108


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23.07.2021 23:53 Uhr
Lutz (@lutz2) hat geschrieben:
Negative Erlebnisse mit früheren Partnern kann man laut Betz mit derselben Technik verarbeiten. Nicht wegschieben und sich sagen ‚das hätte niemals passieren dürfen‘, sondern sich die Stärke zutrauen, nicht daran zu zerbrechen.

Sich die Gefühle der Ohnmacht bewusst machen, die das Erlebnis ausgelöst hat, sich eingestehen, ja, genau so war es, das ist mir passiert. Dabei tief durchschnaufen. Beim nächsten Mal, bei dem man diese Atemübung in Erinnerung an bisher Verdängtes macht, hat das Schlimme schon ein bisschen seiner Macht über uns verloren. Je öfter man das praktiziert, desto mehr Macht über uns verliert das Erlebte.
Ich weiß nicht ob sich der Herr Betz da nicht ein bisserl leicht tut.
Wir sind doch alle geprägt, durch unsere Kindheit, unsere Erlebnisse, unsere Partnerschaften......
Ich glaube es ist nicht einfach sich diese Stärke zuzutrauen. Außerdem geht es vielleicht gar nicht so oft um das Zerbrechen, sonder eher an die Starre und Härte die sich auftut wenn ein ähnliches Erlebnis auftaucht.

Ich bin eine Frau, ich kann machen, dass du denkst, du hättest es so gewollt.


John F.

Forenbeiträge: 760


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24.07.2021 18:23 Uhr
auch die Starre und Härte muss nicht in Stein gemeißelt sein, wenn man so mutig ist, sich eine Zukunft in Freiheit von Barrieren überhaupt erstmal vorzustellen?

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


Mogelpackung

Forenbeiträge: 19535


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01.08.2021 20:39 Uhr
Lutz (@lutz2) hat geschrieben:
Ganz kurz ein paar Kernaussagen: ( das mit der Angst oder der Liebe kommt später)

1) Die allerwenigsten hatten eine Kindheit, die ihre Entwicklung gefördert hätte.

2) Ohne uns ganz bewusst und in Frieden von unsern Eltern zu verabschieden, wiederholen wir auch als längst Erwachsene immer wieder die Situation unserer totalen Abhängigkeit von ihnen.

3) im Unfrieden festzustecken, blockiert unsere dringend benötigten Lebensenergien. Auch Verteufeln von Expartnern blockiert.

4) Jedem wurde Unrecht getan. Aber selbst den, der die allergrößte Berechtigung hätte, sich als Opfer der Vergangenheit zu fühlen, bringt nur ein Verzicht auf seine Opferrolle weiter.

Das geschieht laut Betz dadurch, dass man alles Schreckliche nicht mehr durch ein Nein! wegschiebt, sondern sich sagt: So war es. War schlimm! Aber jetzt bin ich erwachsen (bzw. erfahrener). Heute entscheide ich selbst, was mit mir passiert und was nicht.
1. in bezug auf unsere (!) generation stimmt das und ist ein hervorragender allgemeinplatz

2. hier stellt sich (für mich) die frage, ob diese verabschiedung (in frieden) zu ihren lebzeiten oder erst danach stattfindet. sofern sie noch leben (nach meiner erfahrung) ist es eine abgrenzung, die nicht unbedingt konfrontationslos vor sich geht. aber eltern sind eltern und stehen (meist und in den meisten situationen) zu ihren kindern. in bezug auf die wiederholung der total abhängigkeit wage ich zu widersprechen. da gibt es soviele facetten mehr.

3. stimmt

4. unrecht passiert und - wesentlich - unrecht wird empfunden. die empfindung bestätigt nicht unbedingt das vorhandensein von unrecht. das recht gefühle zu empfinden hat jeder, aber sich im leid zu suhlen ist so viel einfacher, als den verzicht auf seine opferrolle voran zu treiben.

die aussage: "heute entscheide ich selbst, was mit mir passiert und was nicht" ist vielleicht gut gemeint, letztlich naiv und bietet keinen leitfaden, der sagt, wie ich mich in diese situation bringen kann

„»Ich weigere mich zu beweisen, daß ich existiere«, sagt Gott, »denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin ich nichts.«


Mogelpackung

Forenbeiträge: 19535


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01.08.2021 20:43 Uhr
Lutz (@lutz2) hat geschrieben:
5) Jeder Unfrieden und Groll, den man noch gegenüber der Familie oder einem Ex Partner hegt, fließt ein in neue Beziehungen.

6) Man hat nie ‚falsche‘ Lebenspartner gehabt, jeder einzige hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist.

7) Den Unfrieden muss man nicht zusammen mit der Person lösen. Allein die innere Einstellung entscheidet darüber.

8) Wer auch immer dich heute noch aus der Fassung bringt, macht dich darauf aufmerksam, dass du mit dir selbst noch nicht im Reinen bist.
5. stimmt. und sie fliesst auch in die vorhandenen beziehungen

6. im nachhinein muss man sagen: doch, man hatte falsche lebenspartner. und die aussage, dass die partner mich zu dem menschen gemacht haben, der ich heute bin ist einseitig, vereinfachend und lässt meine rolle daran aussen vor.

7. der erste teil stimmt. die innere einstellung ist auch wichtig, allerdings setzt sie ein umfassendes verständnis voraus. wie kommt man laut betz zu einer "anderen art innerer einstellung"

8. stimmt. mit mir selbst und mit meiner vergangenheit. und vielleicht mit meiner gegenwart...und/oder der beabsichtigen zukunft.

„»Ich weigere mich zu beweisen, daß ich existiere«, sagt Gott, »denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin ich nichts.«


Mogelpackung

Forenbeiträge: 19535


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01.08.2021 20:48 Uhr
Lutz (@lutz2) hat geschrieben:
9) Damit Partnerschaften gelingen, ist es nötig, sich gut zu stellen mit dem allerwichtigsten Menschen, den wir haben: uns selbst.

10) Statt Ja zu sich selbst zu sagen, samt aller Unzulänglichkeiten (sich für ein Leben in Liebe zu entscheiden) verbringen die meisten Menschen ihre Zeit damit, sich und dem Rest der Welt eine Rolle vorzuspielen, sich zu verstecken, Fehler zu vertuschen (Leben in Furcht, ohne Vertrauen).
9. kann nicht schaden. allerdings würde ich das nicht auf partnerschaft(en) beschränken.

10. wohl dem, dem es gelingt dem rest der welt eine rolle vorzuspielen, sich zu verstecken, fehler zu vertuschen (und ejn leben in furcht und ohne vertrauen zu leben) ohne dabei verrückt zu werden.

„»Ich weigere mich zu beweisen, daß ich existiere«, sagt Gott, »denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin ich nichts.«


Mogelpackung

Forenbeiträge: 19535


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01.08.2021 20:51 Uhr
Lutz (@lutz2) hat geschrieben:

Becks Theorie ist, dass es keinen Sinn macht, Geschehenes weg zu schieben. Bei jeder Erinnerung an erlebte ISchrecklichkeiten atmen wir sehr flach. So flach, als wären wiram liebsten tot! Er empfiehlt stattdessen, sich diese Ereignisse anzuschauen, dabei statt flacher Atmung tief durchzuatmen und sich zu sagen, JA! Das ist mir passiert! Das ist ein Teil meines Lebens! Das sind leider die Fakten! Aber ich lebe trotzdem weiter, auch wenn ich den Sinn dahinter (noch?) nicht erkenne. Integration ist das Zauberwort. Weil alles was weg geschoben wurde, eine viel zu große Macht über uns hat.
integration ist wirklich das zauberwort... zumindest eine nach meinem verständnis. wie läuft integration nach beck?

„»Ich weigere mich zu beweisen, daß ich existiere«, sagt Gott, »denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin ich nichts.«


John F.

Forenbeiträge: 760


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08.08.2021 15:54 Uhr
Lieber Mogelpackung, jetzt hast Du so detailliert geantwortet - auf alle 10 Punkte - und ich Vollpfosten merke es jetzt erst?!

ich versuch jetzt mal, zu antworten im Sinne von Betz (- bzw so wie ich ihn verstanden habe..?)

1) Allgemeinplatz? Ich widerspreche! Nicht, weil ich nicht Deiner Meinung wäre - vielmehr, weil sehr viele auch über 40jährige behaupten, Kindheit sei das Schönste im Leben

2) Die totale Abhängigkeit bezieht sich auf unsere erste Zeit - als ihnen schutzlos Ausgelieferte. Natürlich nimmt diese Abhängigkeit im Laufe der Zeit ab mit zunehmender Selbständigkeit. Emotional unbewusst verankert bleibt scheinbar dennoch ein Gefühl von Abhängigkeit. Dies gilt es, sich bewusst zu machen und den Eltern innerlich zu sagen: danke, dass ich geboren wurde. ich bin jetzt groß. ich kann jetzt alles alleine. Vielleicht auch nicht, das werden wir dann ja sehen. Aber ich tu jetzt mal einfach so als ob! Für das, was mit mir passiert, seid Ihr nicht mehr verantwortlich. Tschüß! Und: danke.

3) und 4) hattest Du zugestimmt, oder?

uff - jetzt brauch ich Pause

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


John F.

Forenbeiträge: 760


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08.08.2021 16:08 Uhr
5) Du warst d‘accord

6) Dein Anteil an jeder Beziehung ist/war immer genau die Hälfte.
Ich konnte rückblickend tatsächlich immer einen Sinn finden in den „Fehlgriffen“ an Beziehungen, die ich hatte - und wenn es nur der war, in Zukunft wacher zu sein bei Entwicklungen, die anders verlaufen, als die, die mir gut tun.

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


Magda von Troymen

Forenbeiträge: 11101


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08.08.2021 16:27 Uhr
Ich finde die Frage nicht gut gestellt, Liebe oder Angst.
Für mich geht es Hand in Hand, steht nebeneinander, zugleich.

Hey, it is a concept! I'm still working on the details! 🤖


John F.

Forenbeiträge: 760


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08.08.2021 17:10 Uhr
es geht um das Buch „Raus aus den alten Schuhen“ - Robert Betz stellt diese Frage ganz bewusst provokativ

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!


wrdlbrmfd

Forenbeiträge: 20797


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08.08.2021 17:13 Uhr
so ein Schlingel aber auch 😂

Ois ändert sich. Nur d'Leit bleim gleich. (Wrdlbrmfd)


John F.

Forenbeiträge: 760


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08.08.2021 17:15 Uhr
👍 klar erkannt

mich widersetzen?
nö. wieder setzen!




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